Conforama Schweiz hat 2026 allen Grund zu feiern. Die Möbelkette blickt voller Stolz zurück auf ihr 50-jähriges Bestehen. Doch Geschäftsführer Jérôme Gilg richtet seinen Fokus schon jetzt wieder nach vorne.
FRAGE: Vorab Gratulation zu 50 erfolgreichen Jahren Conforama in der Schweiz! Auf welche Meilensteine kann das Unternehmen zurückblicken?
JÉRÔME GILG: Auf die starke Discount-DNA. Wir sind DER Discounter im Bereich Möbel und Elektronik in der Schweiz! Bei Conforama gibt es immer gute Angebote. Das ist unsere große Stärke! Unsere ersten Läden haben wir 1976 in der West-Schweiz geöffnet und schon ein Jahr später in der Deutsch-Schweiz. Wir haben also sehr schnell mehrere Sprachregionen parallel abgedeckt. Dadurch sind wir seit vielen Jahren in der ganzen Schweiz bekannt – im Gegensatz zu anderen Möbelketten. Das ist für uns bis heute ein Vorteil und hilft uns, um noch stärker zu werden. Ein weiterer wichtiger Meilenstein war natürlich, seit 2023 vollständig Teil der MW Holding zu sein, die uns nun wieder Stabilität bringt und die Möglichkeit gibt, langfristig am Markt zu investieren.
FRAGE: Und auf welche Meilensteine würde man gerne in zehn Jahren zurückblicken können?
JÉRÔME GILG: Seit der Übernahme durch MW Holding vor drei Jahren haben wir schon zwei unserer 20 Filialen renoviert. Unser Ziel ist es, in den nächsten fünf bis acht Jahren alle Läden auf den neuesten Stand zu bringen und zusätzlich neue Regionen zu erschließen. Daneben wollen wir auch online stark bleiben. Mit diesem Start haben wir jetzt wirklich ein “New Conforama” auf die Beine gestellt: Modern, inspirierend und weiterhin geprägt von starken Preisen.
FRAGE: Im Juli 2025 gab es eine riesige Feier zur Eröffnung der Conforama Filiale in Interlaken mit einem Gratiskonzert von Luca Hänni, Ende des Jahres einen Pop Up-Store mitten in der Zürcher Innenstadt. Wie kann das im Jubiläumsjahr 2026 noch getoppt werden?
JÉRÔME GILG: Ganz klar: Unsere Wiedereröffnungen in Emmen und Meyrin, bei denen wir aus allen Röhren schießen werden. Speziell für unser 50 Jahre-Jubiläum haben wir in allen Filialen vier große kommerzielle Events geplant: Sowohl im März als auch September 2026 werden wir einen ganzen Monat lang Geburtstag feiern. Daneben wird es im Mai und Juni eine Feier zur Fußball-Weltmeisterschaft geben. Conforama verkauft immerhin die meisten Fernseher in der gesamten Schweiz. Und natürlich setzen wir auch dieses Jahr wieder stark auf den Black Friday. Zu all diesen Events wird es Animationen, Wettbewerbe und vor allem ganz besondere Angebote geben. Da planen wir sowohl in den Filialen als auch online „Flash Sales“, bei denen bestimmte Produkte in beschränkter Anzahl für nur eine Stunde zu einem absoluten Hammerpreis zu haben sind.
FRAGE: Was ist Conforama für die Schweiz?
JÉRÔME GILG: Conforama ist der Laden, wo immer was los ist und der mit seinen Angeboten überrascht! Im Rahmen des Jubiläums „50 Jahre Conforama“ wird es wieder einige Überraschungen geben. Unter anderem Kollaborationen mit anderen Retailern, mit denen keiner rechnen wird.
FRAGE: Und was bedeutet die Schweiz dem Unternehmen Conforama?
JÉRÔME GILG: Wir sind zu einem wichtigen Bestandteil der Region geworden. Das sowohl als Arbeitgeber als auch als Versorger mit Möbel und Elektrogeräten. Das bindet die Schweiz und Conforama schon sehr eng aneinander. Unsere starke Unternehmenskultur hat dazu beigetragen, dass wir extrem viele langjährige Mitarbeiter haben. Wer mehr als fünf Jahre bei Conforama arbeitet, bleibt auch meistens bei Conforama. Dadurch kennen 82 Prozent der Schweizer Bevölkerung unser Unternehmen.
FRAGE: Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt Conforama in der Schweiz?
JÉRÔME GILG: Zirka 800.
FRAGE: Und wie viele Kundinnen und Kunden stehen dem gegenüber?
JÉRÔME GILG: Im letzten Jahr haben wir 5 Millionen Besucherinnen und Besucher in unseren Läden empfangen. Online waren es zusätzlich 20 Millionen Visitors.
FRAGE: Was würden Sie zu einem jungen Menschen sagen, der noch unsicher ist, eine Lehre bei Conforama zu beginnen?
JÉRÔME GILG: Wir haben ein extrem dynamisches Umfeld. Das heißt, bei uns bewegt sich etwas, und auch du kannst etwas bewegen! Bei uns ist nicht alles bis zum Gehtnichtmehr standardisiert. Ganz im Gegenteil! Wir brauchen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die „out of the box“ denken. Zwar sind wir ein Unternehmen, das es schon lange am Markt gibt, doch erfinden wir uns ständig neu. Bei uns ist es auch erlaubt, Fehler zu machen. Ich sage zu unserem Einkaufsteam immer wieder: Solange unsere Product Manager an den aktuellen Trends dran sind, dürfen sie mit einer Idee auch mal auf die Schnurre fallen. Und im Umgang miteinander leben wir eine sehr offene Kultur. Natürlich gibt es eine klare Hierarchie, aber jeder spricht mit jedem. Wer gut ist und etwas bewegen will, wird bei uns sehr schnell nach oben kommen.
FRAGE: Conforama bietet ja nicht nur Möbel an, sondern auch eine große Palette an Elektrogeräten bis hin zu E-Rollern. Kommen auch Sie morgens am E-Scooter ins Büro?
JÉRÔME GILG: (Lacht) Nein, das wäre etwas zu weit. Die Warengruppe E-Scooter ist aber wirklich cool, weil sie sich hier ständig etwas tut. In der Schweiz sind wir der Leader beim Verkauf von E-Trottinetten. Das konnten wir nur erreichen, weil wir diesen Trend schon sehr früh aufgegriffen haben. Als Discounter haben wir nicht nur günstige Produkte, sondern auch Markenartikel zu guten Preisen. Beispielsweise bieten wir in der Schweiz exklusiv die E-Trottis von PURE ELECTRIC an. Das ist die Marke, die der Vater des Formel 1-Weltmeisters Lando Norris gegründet hat und die sich laufend weiterentwickelt.
FRAGE: Conforama Schweiz wurde 1976 gegründet. Sie leiten die Geschäfte des Unternehmens seit August 2023: Gibt es einen Moment, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
JÉRÔME GILG: Highlights waren selbstverständlich die Eröffnungen in Villeneuve und Interlaken. Auch meine erste Kaderkonvention im September 2024 in Lenk in den Berner Alpen bleibt mir besonders in Erinnerung. Da war ich erst ein Jahr im Unternehmen und da habe ich sämtliche Kader und die Geschäftsleitung eingeladen. Das war in einer Zeit, die wegen den neuen Eigentümerverhältnissen etwas von Unsicherheit geprägt war. Bei diesem Event haben wir es geschafft, alle auf eine gemeinsame Linie zu bringen und unsere Strategie einheitlich zu positionieren. Für mich war das deshalb ein Höhepunkt, weil ich genau gespürt habe, die Leute verstehen, in welche Richtung es geht, dass von nun an wieder Stabilität da ist und teilen meinen Wunsch an erneutem Wachstum.
FRAGE: Herr Gilg, haben Sie Vorbilder?
JÉRÔME GILG: Mein größtes Vorbild ist mein Großvater.
FRAGE: Warum Ihr Großvater?
JÉRÔME GILG: Er hat vor 90 Jahren im französischen Elsass eine Konditorei aufgebaut, die mittlerweile von meinem Cousin in dritter Generation weitergeführt wird. Er war für mich immer ein gutes Beispiel für eine Mischung aus Kreativität, unternehmerischem Denken und dennoch Nahbarkeit. Das hat mich immer schon beeindruckt.
FRAGE: Was macht ein geschäftiger CEO, wie Jérôme Gilg, um nach einer intensiven Arbeitswoche Ausgleich zu finden?
JÉRÔME GILG: Den gibt mir meine Familie. Die bringt mir Energie. Und ein wenig Sport. Ich bereite mich gerade auf meinen ersten Marathon seit über zehn Jahren vor. Aber dafür muss ich schon ein bisschen trainieren. (Lacht)
FRAGE: Eine letzte Frage noch: Was wählst du?
JÉRÔME GILG: Conforama!
